Über Hashimoto-Thyreoiditis

Hashimoto Thyreoiditis ist eine autoimmune Form der Entzündung der Schilddrüse. Bei autoimmunen Erkrankungen bildet das Immunsystem Antikörper gegen das körpereigene Gewebe, im Fall von Hashimoto gegen das eigene Schilddrüsengewebe. Durch diese Fehlregulation im Immunsystem entsteht meistens eine Unterfunktion der Schilddrüse, begleitet durch einen Wechsel zwischen Unter- und Überfunktionsphasen. Frauen erkranken häufiger als Männer, insbesondere im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, aber auch Kinder können von Hashimoto betroffen sein. Die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin) spielen eine wichtige Rolle in der Regulation zahlreicher Körperfunktionen, von Herz/Kreislauf, über Magen/Darm, Fettgewebe, Gehirn/Nervensystem, Muskulatur, Knochenbau, Haut/Haare/Nägel bis zur Psyche. Beide Hormone werden mithilfe von Jod gebildet. Es wird ca. 10 Mal mehr T4 als T3 gebildet und T4 dient auch als Reserve und als Vorstufe aus welcher mit der Hilfe von Enzymen das im Körper wirksame Hormon T3 hergestellt wird.

T3 und T4 kommen im Körper in einer gebundenen (inaktiven) und freien (aktiven - fT3 und fT4) Form vor, wobei der Anteil von aktivem T3 und T4 unter 1% liegen. T3 und T4 sind „an Proteine gebunden“ (Transportproteine) die sie zum Bestimmungort im Körper „transportieren“. Also auch dann, wenn nicht genug Transportproteine vorliegen, wird der Körper nicht mit genügend T3 und T4 versorgt.

Die Steuerung des Hormonstoffwechsels erfolgt im Hypothalamus mittels des Thyreotropin-Releasing-Hormon’s (TRH) dass die Sekretion von TSH (Thyreotropin) aus dem Hypophysenvorderlappen stimuliert. TSH selbst stimuliert die Schilddrüse, T3 und T4 zu bilden, und spiegelt Veränderungen des Bedarfs an Schilddrüsenhormonen wider. Der TSH-Wert wird in Deutschland häufig in mU/l angegeben. Hohe TSH-Werte (über 4 mU/l) deuten auf zu wenig Schilddrüsenhormone in Blutkreislauf, und niedrige (unter 0.3 mU/l) auf zu hohe Hormonmengen hin (Dr. med. Brakebusch & Prof. Dr. med. Heufelder, 2010). Bei Hashimoto ist der Steuerkreis Hypothalamus-Hypophyse-Schilddrüse sehr überfordert. Dies kann sich durch die hohe Bedeutung der Hypophyse für den Hormonstoffwechsel auf den gesamten Körper auswirken (z.B. Geschlechtshormone, Mineralstoffwechsel, Zuckerstoffwechsel usw.).

Obwohl T3 und T4 aus Jod gebildet werden, ist die Zufuhr von Jod bei Hashimoto-Thyreoiditis sehr umstritten. Während die einen der Meinung sind, dass Jod die Hashimoto-Thyreoiditis fördern kann (Dr. med. Brakebusch & Prof. Dr. med. Heufelder, 2010), sind andere Ärzte (Dr. Haskell, 2011) der Meinung, dass dies ein Irrtum ist. Eine allgemein akzeptierte Meinung ist, dass die in Nahrungsmitteln enthalten Mengen Jod bei Hashimoto-Thyreoiditis unproblematisch sind.

Hashimoto Symptome?

Die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sind sowohl hormonell als auch immunologisch bedingt. Einerseits handelt es sich bei Hashimoto um eine Autoimmunkrankheit und andererseits betrifft die Krankheit die Schilddrüse und somit den gesamten Stoffwechsel. Individuell kann in Abhängigkeit von der Hormonlage eine Kombination aus Über- und Unterfunktionssymptomen vorkommen, allgemein stehen die Unterfunktionssymptome im Vordergrund. Eine sehr detaillierte Übersicht der vielfältigen Hashimoto-Symptome finden Sie in Weber (2012).

Symptome der Unterfunktion

Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Herzstolpern, niedriger Blutdruck, Haarausfall Depressionen, Angst und Panik-Attacken, trockene Haut, brüchige Nägel, Gewichtszunahme, Schwindel, leichtes Frieren, Verstopfung.

Symptome der Überfunktion

Herzklopfen, Hoher Blutdruck, Nervosität, Schwitzen, Schlafstörungen, Muskelschwäche und Muskelschmerzen, Gewichtsverlust, bei Frauen Störungen im Menstruationszyklus.

Symptome der Immunkrankheit

Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Heiserkeit und Kloß im Hals, allgemeine Schwäche bis zur Erschöpfung, Blutarmut, ausgeprägte seelische Hochs und Tiefs.

Wie wird Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert?

Die wichtigsten Antikörper für die Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis sind die Antikörper gegen Thyreoidea-Peroxidase (TPO-AK) und in manchen Fällen die Antikörper gegen Thyreoglobulin (TG-AK). Deutlich positive TPO-AK-Werte (höher als 200 U/ml) können ein Hinweis auf eine Hashimoto-Thyreoiditis sein. Die erhöhten TPO-AK-Werte sind aber nicht alleinig ein Beweis für eine Hashimoto-Thyreoiditis. Neben den Symptomen ist für die Diagnosestellung einer Hashimoto-Thyreoiditis eine Blutuntersuchung der Hormon- und Antikörperwerte erforderlich, sowie eine Ultraschalluntersuchung der Beschaffenheit der Schilddrüsengewebes. Typisch für Hashimoto ist ein echoarmes Ultraschallbild.

Wie wird Hashimoto schulmedizinisch behandelt?

Derzeit werden häufig nur die Unterfunktionssymptome einer Hashimoto-Thyreoiditis durch eine Hormonersatz-Therapie behandelt. Dazu gibt es verschiedene L-Thyroxin-Präparate (T4), Trijodthyronin-Präparate (T3) sowie Mischpräparate. Zur Verwendung von L-Thyroxin bei der Behandlung von Hashimoto-Thyreoiditis geht die Meinung der Ärzte sehr auseinander. Während die meisten Ärzte der Meinung sind, dass meist eine lebenslange Hormoneinnahme notwendig ist und dass durch eine optimale Hormonersatz-Dosierung keine Nebenwirkungen der Therapie zu erwarten sind, sind andere Ärzte der Meinung, dass die Einnahme von L-Thyroxin nur in bestimmten Phasen der Krankheit erfolgen soll (Dr. Haskell, 2011). Einige sind sogar der Meinung, dass eine Einnahme von L-Thyroxin nur bei wenigen Menschen überhaupt sinnvoll ist (Dr. med. Rieger, 2013, 2014). Zusätzlich zu L-Thyroxin wird bei Hashimoto-Thyreoiditis häufig die Einnahme von Selen und Zink empfohlen. Selen soll bei der Neutralisierung freier Radikale helfen und somit entzündungshemmend wirken, während Zink der Stärkung des Immunsystems dient.

Das, was für die meisten Hashimoto-Betroffenen im Vordergrund steht, ist der Wunsch gesund zu werden, gesund zu sein und gesund zu bleiben! Hören Sie sehr genau auf Ihre Körpersignale: was tut Ihnen gut, und was eben nicht! Suchen Sie sich einen Arzt, der Ihr Wohlbefinden ernst nimmt! Wenn Ihr Arzt sich nicht gut mit Hashimoto-Thyreoiditis auskennt und wenig Interesse und Enthusiasmus für Ihre Gesundheit zeigt, suchen Sie sich einen anderen Arzt aus!

Welche „alternativen“ Therapien gibt es?

Schon bei der Frage, ob eine Therapie „alternativ ist“, gibt es verschiedene Meinungen. Naturheilkunde ist für manche der einzig wahre Weg und somit keine „alternative“ Therapie. Naturheilkunde, Homöopathie und Osteopathie bieten viele Möglichkeiten, um mit Hashimoto-Symptomen besser umzugehen. Die Verwendung von Quark-Wickeln wurde als ein sehr hilfreicher Weg von Dr. med. Rieger (2013) empfohlen, um die Entzündung der Schilddrüse zu mildern. Eine osteopathische, kraniosakrale Behandlung hat sich bei Muskelschmerzen und Muskelverspannungen als sehr wirksam erwiesen (Dr. med. Brakebusch & Prof. Dr. med. Heufelder, 2010). Eine Reihe anderer Therapie-Möglichkeiten, von Homöopathie über Spagyrik bis Akupressur, finden Sie in Weber (2012).

Empfohlene Literatur

Brakebusch Leveke, Dr. med. & Heufelder Armin Prof. Dr. med. (2010) Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis: Ein Ratgeber. W. Zuckschwerdt Verlag GmbH, München.

Corey Michelle (2014) The Thyroid Cure: The Functional Mind-Body Approach to Reversing Your Autoimmune Condition and Reclaiming Your Health! Vibrant Way Press Inc., Taos.

Gronegger Irene (2013) Schilddrüsen-Unterfunktion, Hashimoto und Hormone: Der Schritt-für-Schritt-Ratgeber. CreateSpace Independent Publishing Platform.

Haskell Alexander, Dr. ND (2011) Hope for Hashimoto’s. Advanced Medical Care Inc., Park City.

Kharrazian Datis, DHSc, DC, MS (2010) Why Do I Still Have Thyroid Symptoms? When My Lab Tests Are Normal. Elephant Press LP, Carlsbad.

Rieger Berndt, Dr. med. (2013) Hashimoto Healing: Die ganzheitliche Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis. Zentrum für traditionelle Europäische Medizin, Bamberg.

Rieger Berndt, Dr. med. (2014) Hashimoto-Thyreoiditis richtig behandeln. Zentrum für traditionelle Europäische Medizin, Bamberg.

Seligman Martin EP, PhD (2002) Authentic Happiness: Using the new positive psychology to realize your potential for lasting fulfillment. Free Press, New York.

Weber Birgit (2012) Das Hashimoto Selbsthilfeprogramm. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München.

Wilson James, ND, DC, PhD (2001) Adrenal Fatigue: The 21st Century Stress Syndrome. Smart Publications, Petaluma.

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